Fünf Dinge, die Ihr Fitness-Armband über Sie weiß

Fünf Dinge, die Ihr Fitness-Armband über Sie weiß, Sie vielleicht aber noch nicht

Das Fitness-Armband oder der Fitness-Tracker, den Sie um Ihr Handgelenk oder an anderer Stelle Ihres Körpers tragen, ist ziemlich intelligent. Er registriert jeden Schritt, den Sie über den Tag verteilt machen und erinnert sie sanft daran, wenn Sie nicht genug tun. Außerdem beobachtet er Sie beim Schlafen und registriert, wenn Sie eine unruhige Nacht haben. Und er kann die Anzahl Ihrer täglich verbrauchten Kalorien berechnen und Ihnen so sagen, ob Sie sich wegen des extra Stück Pizza am Mittag schuldig fühlen müssen. Höherpreisige Geräte können darüber hinaus Ihren Puls überwachen und abschätzen, wie viel Sport Sie machen müssen, um besagtes Stück Pizza zu verbrennen.

Anfang dieses Jahres maß ein Fitbit-Armband bei einer Frau einen ungewöhnlich hohen Ruhepuls. Auf Grund dieser Beobachtung stellte sie wenig später fest, dass sie schwanger war. Und die Apple Watch eines 17jährigen Highschool-Footballspielers rettete diesem buchstäblich das Leben, nachdem er feststellte, dass er unter Rhabdomyolyse litt, einer Muskelschwundkrankheit, die zu Beschädigungen lebenswichtiger Organe führen kann, wenn sie nicht behandelt wird. Obwohl keines dieser Wearables in der Lage ist, medizinische Diagnosen zu stellen, können die Daten, die von den sensorbeladenen Geräten gesammelt werden, Auskunft über eine ganze Reihe medizinischer Erkrankungen geben, und gehen somit über bloße Gesundheitsförderung hinaus. Die folgenden fünf Dinge, weiß Ihr Fitness-Armband über Sie und können Ihnen dabei helfen, Ihre Gesundheit besser zu managen.

1. Ob Sie Diabetes gefährdet sind

Die Herzfrequenz und die damit verbundenen Arrhythmien werden allgemein als Indikator für die Herzgesundheit angesehen. Die Veränderung des Zeitintervalls zwischen diesen Herzschlägen – auch als Herzfrequenzvariabilität (HFV) bekannt – wird als Anzeiger für eine Reihe von Krankheiten angesehen, die gar nichts mit dem Herzen zu tun haben. Normale, gesunde Menschen, verfügen über eine hohe HFV – ihre Herzschlagintervalle sind von unterschiedlicher Dauer. Eine niedrige HFV wird mit verschiedenen Stoffwechselstörungen, wie Atherosklerose und hohem Blutdruck, in Verbindung gebracht. Eine Studie von 2005 zeigte, dass bei Diabetikern und Menschen, die von Diabetes bedroht sind, die HFV innerhalb eines neunjährigen Zeitraums schneller sinken, als bei Testpersonen, die nicht darunter leiden. Die gute Nachricht ist, dass die HFV immer häufiger in Fitness-Armbänder und deren Apps zur Gesundheits- und Fitnessförderung eingeschlossen wird.

2. Ob Sie unter zu viel Stress leiden

Die Herzfrequenzvariabilität gilt nicht nur als Indikator für die eigene physische, sondern auch geistige Gesundheit. Einige Wearables, wie das Spire, beobachten nicht nur das Herz, sondern messen auch die Atemmuster des Anwenders, um ihn ggf. zu beruhigen. Ein am Kopf getragenes Gerät, das Muse, zeichnet sogar elektrische Signale des Gehirns auf und antwortet mit personalisierten Sessions auf dem Smartphone, um Stress abzubauen. Eine schlechte, physische Gesundheit ist Grund zur Sorge, da sie ein Risikofaktor für Übergewicht, Herzerkrankungen und andere chronische körperliche Beschwerden darstellt. Apple schließt in ihr nächstes Update der Apple Watch sogar eine Atmungs-App ein, Fitbit hat dies im Fitbit Charge 2 schon.

3. Ob Ihr Blutdruck zu hoch ist

Die Vorgehensweise bei der Blutdruckmessung hat sich im Laufe der Jahre wenig verändert. Entweder man bekommt einen zwischenarteriellen Katheter eingesetzt, um den Druck direkt zu messen oder der Oberarm wird, wie bei den meisten von uns, mit einer Blutdruckmanschette zusammengepresst. Jetzt wurde eine weniger aggressive Blutdruckmessmethode entwickelt, die die Pulswellenlaufzeit einschließt; also die Zeit, die eine Pulswelle benötigt, um zwischen zwei arteriellen Orten hin- und herzuwandern. Diese manschettenlose Blutdruckmessung findet man bisher nur beim Tricorder-artigen Scandu Scout, mit dem einfach die Stirn gescannt wird. Diese Methode wäre auch in andere Wearables ideal zu integrieren.

4. Ob Sie anfällig für einen Asthmaanfall sind

Menschen, die unter Asthma leiden, haben meistens Probleme damit, die Anzeichen eines bevorstehenden Anfalls rechtzeitig zu bemerken. In dem Moment, in dem sie anfangen zu keuchen und eine reduzierte Lungenfunktion feststellen, ist der Anfall bereits in vollem Gange. Ein kurz vor der Veröffentlichung stehendes Wearable namens ADAMM (Automated Device for Asthma Monitoring and Management), nutzt eine Reihe hochsensibler Ton- und Bewegungssensoren, in Kombination mit einem erweiterten Algorithmus, der die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Anfalls voraussagen kann. Winzige Bewegungssensoren messen Atemmuster, Herzschlag und Körperschwingungen, die durch das Keuchen verursacht werden. Ein Mikrofon registriert, wie oft der Betroffene hustet, achtet aber auch auf die subtilen Veränderungen der Atemgeräusche, die den Beginn eines Anfalls begleiten. ADAMM kann auch die Hauttemperatur messen, um Asthma, hervorgerufen durch Sport oder andere Atemwegserkrankungen, zu überwachen, die durch Änderungen der Körpertemperatur angezeigt werden. In Kombination können diese Messmethoden Betroffenen dabei helfen, ihr Asthma unter Kontrolle zu halten.

Bild: Fitbit.com

5. Ob Sie die richtige Menge an Sonne bekommen

Wenn der Sommer in der nördlichen Hemisphäre in vollem Gange ist, steigt bei mehr Tageslicht, auf Grund der höheren UV-Strahlung, auch das Risiko für Hautkrebs. Tatsächlich zeigt eine Studie der amerikanischen Krebsgesellschaft, dass es jährlich mehr Fälle von Hautkrebs gibt, als Krebserkrankungen der Brust, Prostata, Lunge und Darm zusammen. Um Ihnen dabei zu helfen, sich nicht zu lange der Sonne auszusetzen, oder Sie zumindest daran zu erinnern, dass Sie Sonnencreme auftragen müssen, ist in vielen Wearables eine UV-Erkennung eingebaut. Die einfachsten Wearables mit UV-Sensoren, sind Patches, die nach einer bestimmten Menge UV-Strahlung, eine bestimmte Farbe annehmen. Teurere Geräte zeigen genau an, wie viel Sie sich der Sonne ausgesetzt haben und geben Ihnen personalisierte Empfehlungen, basierend auf Ihrem Hauttyp. Und sobald es Winter wird und das kalte Wetter Sie am Rausgehen hindert, erinnert Sie das Wearable sanft daran, das Tageslicht zu nutzen, um einer Depression vorzubeugen.

Fitness-Armbänder und andere Wearables im Gesundheitswesen

Im letzten Abschnitt bietet der Future Health Index 2016 eine optimistische Vision für die Gesundheitstechnologie: „Mit den immer anspruchsvoller werdenden Geräten und einer neuen Generation digital versierter Patienten und medizinischer Fachkräfte, bietet sich den Gesundheitseinrichtungen mehr denn je die Chance, neue Technologien in die Pflegeversorgung der kommenden Jahre zu integrieren. Bisher konnte die verbundene Technologie jedoch noch nicht so implementiert werden, dass sie ihr gesamtes Potenzial hinsichtlich des Gesundheitswesens erfüllen kann oder die Vorteile für Patienten und medizinische Fachkräfte maximiert.“ Wir haben gesehen, dass die Sensortechnologie bereits in den Wearables (Fitness-Armbändern und Trackern) existiert. Und im Laufe der Zeit werden sich letztere von der Förderung einer gesunden Lebensweise, zu Managern – und besser noch – Vorbeugern unserer größten Gesundheitsprobleme entwickeln.

Titelbild: Andrey Popov – Fotolia.com
Orginalartikel: https://www.futurehealthindex.com/2016/08/31/five-things-wearable-knows/ – Scott Jung