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Pentagon verbietet den Einsatz von Fitness-Apps

US-Soldaten im aktiven Dienst müssen auf den Einsatz von Fitness-Apps verzichten, wenn diese auf die GPS-Daten des Smartphones zugreifen und diese zu Drittpersonen weiterleiten. Damit reagiert das US-Verteidigungsministerium auf die anhäufenden Vorfälle mit Strava und Co.

Das Pentagon möchte Soldaten in Einsatzgebieten den Einsatz von Fitness-Trackern und Apps verbieten, die in der Lage sind, Standortdaten zu übermitteln. Diese Nachricht wurde von dem offiziellen Sprecher des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums am Montag verkündet. Smartphone-Apps, die Zugang zu GPS-Daten haben, können auf diverse persönliche Informationen zurückgreifen und so beispielsweise die Joggingstrecken von Soldaten preislegen. Dadurch würde ein unkalkulierbares Risiko für Soldaten in Krisenregionen entstehen, hieß es in einer Erklärung.

Riskante Fitness-Apps

Anfang des Jahres hat die beliebte Fitness-App Strava große Aufmerksamkeit erregt. Da die Fitness-App Standortdaten auf eigenen Servern speichert und öffentlich zugänglich macht, ist es möglich, Aktivitätskarten von Militärstützpunkten zu erstellen. Im Fall von Strava, zeigte das Unternehmen auf seiner globalen Heatmap anonymisierte Daten, wo Nutzer wie viel trainieren. Vor einigen Monaten geriet das finnische Unternehmen Polar in die Kritik, weil dessen Service sogar die gezielte Identifizierung von Militärangehörigen ermöglichte. Die Metadaten waren noch umfangreicher als die von Strava, sodass Reporter in der Lage waren, tausende von Soldaten zu identifizieren, die auf militärischen Stützpunkten Sport ausgeübt haben.

In urbanen Gebieten gehen Standortdaten, die von Fitness-Apps aufgezeichnet und weitergeleitet werden, in der Masse unter. Aber in Krisenregionen in Afrika oder Asien, wo solche Apps von der lokalen Bevölkerung weniger genutzt werden, lassen sie sich eindeutig Militärbasen zuordnen. Solche Informationen können für Terroristen äußerst wertvoll sein, um gezielte Angriffe auf Soldaten zu planen. An dieser Stelle möchten wir uns bei den Kollegen von ingenieur.de bedanken, deren Artikel uns als Quelle gedient hat.

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